Futorial Foren Off topic Wie bekommen EDM Artists die Lizenzen für Remakes?!

  • Wie bekommen EDM Artists die Lizenzen für Remakes?!

     I11ax aktualisiert vor 2 Monate, 2 Wochen 3 Mitglieder · 10 Beiträge
  • baes

    Mitglied
    3. März 2021 um 12:57

    Hallo Leute,

    ich kursiere seit geraumer Zeit in der Slap- House schiene. Mir fällt auf, dass gefühlt jeder 2. Track ein Remake eines bestehenden, meist gut performenden Songs ist.

    Selbst kleinere Künstler (zu denen ich mich auch zähle) mit +- 10000 monatlichen Hörern laden Remakes auf Spotify etc. hoch.

    Da stellt sich mir die Frage, wie all diese Künstler Lizenzen dafür bekommen bzw benötigt man eine?

    Ich wusste nicht in welchen Topic ich das einordne, deswegen schon mal sorry, wenn der Topic doch nicht so off- Topic ist 😀

    Bei bedarf stelle Ich noch links für Songbeispiele ein, jedoch ist das wohl fast nicht nötig, man muss nur mal in eine Slap- House Playlist reinhören, dann sind dort genügend Beispiele zu finden.

    danke Schonmal 😀

  • I11ax

    Mitglied
    20. Juni 2021 um 22:28

    Also antworte jetzt mal nach 3 Monaten…

    Generell muss man sagen gibt es normalerweise keine Lizenz. Künstler machen einfach. Wenn dann jemand ein Remix gemacht hat das echt zieht wird sich wohl irgendwann wer bei einem melden und irgendein agreement anbieten aber sowas geschieht vielleicht bei 1/10000 Remix. Wichtig ist, dass der Rechteinhaber kaum ein Interesse haben wird dir sofort eins überzubraten da remix-Versionen einen Song bekannter machen können. Natürlich leben wir in Deutschland im Abmahn-Paradies für überflüssige Juristen. Das bedeutet es könnte natürlich Jemand die beschissene juristische Situation in Germanien ausnutzen um dich legal abzuzocken aber die Regel ist das wohl nicht. Irgend ein Risiko gibts immer.

    • baes

      Mitglied
      30. Juni 2021 um 11:25

      Hey ich dachte meine Frage wäre verhungert 😀 Danke für eure Antworten.

      Ich spreche ausdrücklich von Remakes. Bei remixes würden die Rechteinhaber des Songs sozusagen “mit verdienen”. Remakes sind u.A. nachgesungen und der Inhaber des Originals ist nicht mit beteiligt.

      Inoffizielle Remixes habe ich bis jetzt auf Spotify und co nicht entdeckt, jedoch remakes umso mehr.

  • Gimbal 

    Mitglied
    21. Juni 2021 um 17:29

    Naja! Zum guten Ton gehört es natürlich schon, VORHER mit den Rechteinhabern abzuklären, was und wie man es “remaken” möchte. Meist läuft das über die Labels. Ich finde gerade nicht den passenden Link, aber ich meine mich zu erinnern, dass Sinan und Sebastian in der Klangküche Mal besprochen haben, dass man jederzeit alles COVERN darf, sofern man den Text und das Arrangement des Songs beibehält. Allerdings muss man dann bei seinem Vertrieb natürlich auch angeben, dass es sich um eine Cover-Version handelt und die Original-Komponisten namentlich hinterlegen. So weit mein rudimentäres Wissen diesbezüglich gerade ausreicht, verdienen die Komponisten dann an Deinem Remake mit.

    Einfach Mal machen und gucken was passiert ….. JA, passiert vermutlich genau so viel zu oft, aber den (gerichtlichen) Ärger würde ich mir definitiv nicht antun wollen.

    • baes

      Mitglied
      30. Juni 2021 um 11:31

      Okay das ist mir, wie in dem von l11ax beantwortetem Beitrag zu sehen neu. Ich dachte, dass Remakes etwas anderes als eine Cover- Version sind und unabhängig von dem original Eigentümern.

      Hmm bin ich wohl schlecht informiert… danke dir!

  • I11ax

    Mitglied
    3. Juli 2021 um 22:40

    Sorry, hatte das Remake überlesen. Ich finde die rechtliche Situation in D. diesbezüglich (soweit mir bekannt) sooo strange. Vor allem dieses “solange man Text und Arrangement beibehält”. Warum sollte es rechtlich einfacher sein alles genau so zu belassen und schwieriger einige Verbesserungen zu machen. Gerade Parodien die den Text meist verändern werden dadurch leicht rechtlich angreifbar. So gesehen bei Y-Titty. Egal. Grundaussage von mir: Lasst euch als Künstler nicht von juristischem Mist zu sehr bremsen. Extrem viel gute Musik hat irgendwie halblegal begonnen. Man denke nur an Jungle und das Amen Brake. Die schöne neue Uploadfilter-Welt kann das natürlich wieder ändern.

    P.S. Hab mich nochmal in die ganze Sache eingelesen: reines Remake also Cover ohne Veränderungen: Bei Gema anmelden. Alles andere was öffentlich sein soll, auch ohne kommerzielle Nutzung: ALLE um Erlaubnis Fragen. Kein fair use in Deutschland. Was für ein Umgang mit Kreativität. Egal. Akzeptieren wie in Nordkorea. Ich frage mich was dann mit Shittyfluting ist. Reines cover oder Veränderung?

    • Gimbal 

      Mitglied
      5. Juli 2021 um 21:15

      Deiner Grundaussage stimme ich absolut zu und handele auch selbst danach. Ich wollte einen Sample von Giorgio Moroder klären um einen House-Track offiziell raus zu bringen. Nach mehreren Anläufen und Jahren, habe ich tatsächlich Mal eine Antwort auf meine E-Mail von einer gewissen Francesca Moroder erhalten (Frau oder Tochter?), die mich sehr nett an die zuständige Abteilung vom Major-Label verwies. Auch da ging es zwar noch über 2 Ecken, aber hey – meine E-Mail wurde wahrgenommen und bearbeitet. Ich wurde gebeten einen Fragebogen auszufüllen und zurück zu senden. Sofort gewissenhaft erledigt und ab dann ausgeschwiegen worden, vermutlich aufgrund der Angabe, dass ich mit keinerlei Einnahmen/Reichweite/Verkäufen rechne (was faktisch zutrifft). Der kleine (ehrliche) No-Name Producer wird also sofort uninteressant, wenn kein Ca$h zu holen ist. Da wurde ich endgültig sauer, der aufsässige Punk in mir kam durch, und habe das Ding ohne Genehmigung an meinen Vertrieb gegeben. Dieser sendete mir prompt eine Mail, dass das Content-ID-System den Sample (richtig) erkannt hat und ob ich denn über alle Rechte daran verfüge. Auf die Todesstrafe wurde hingewiesen und statt zu bestätigen, brach ich die Sache ab. Vorerst. Dann dachte ich mir: Was passiert eigentlich wenn man Google/YouTube aus der Sache raus lässt und habe ausschließlich Spotify und Deezer ausgewählt. Keine Fehlermeldung, 2 Wochen später war das Ding “live”. Bis heute. Interesse am Track? = Privat-Nachricht = Link.

      Mit meinem Alias Labmig habe ich einen Track bei YouTube, der zu 99% aus Fremd-Samples besteht, seit 2011 online. Bis heute hat das Content-ID-System ihn nicht erkannt. HA! Friss das KI. 😉

      Thema Amen Break: Lange Geschichte, passt nicht so ganz zum Thema. Als das Sample im Hip Hop und kurz darauf im Jungle massenhaft benutzt wurde, existierte das Label der Band gar nicht mehr. Es gab also keinen Urheber-Anspruch. Ein findiger (arschiger!) Jungle-Producer wollte sich den Drumloop zu eigen machen / schützen lassen, um daraufhin alle anderen abmahnen zu können. Glücklicher Weise hatte er damit keinen Erfolg. Eine vor wenigen Jahren erfolgreich durchgeführte Spenden-Aktion für die Band setzte zwar ein nettes Zeichen, der aber bereits etliche Jahre vorher verstorbene Schlagzeuger der Band hat vermutlich nicht Mal etwas von dem Kult rund um sein Drum-Solo mitbekommen. Eine außergewöhnliche, beeindruckende und sehr tragische Geschichte, die aber dennoch nichts zum Thema Remake/Cover beiträgt.

  • I11ax

    Mitglied
    6. Juli 2021 um 22:30

    Naja… Nur weil eine Band/ ein Label aufgelöst wurde sollte man nicht den Fehler begehen einfach anzunehmen es gäbe kein aktives copyright. Mir fällt grad der Name von dem Toten Musiker nicht ein dessen Familie Jahrzehnte später erfolgreich wegen einem Beat geklagt hatte…. Hirn! (P.S. Marvin Gaye)

    Und doch, die Story vom Hype um das Brake ist freilich ein Beispiel einer Entwicklung die unter strikter Einhaltung heutiger deutscher copyright Rechtsprechung kaum möglich wäre. Es soll kein Beispiel sein was rechtlich geht sondern wie bereichernd eine gewisse Begrenzung der Reichweite geistigen Eigentums sein kann. Zum Denken anregen und so… sollte Tiefsinnigkeit simmulieren.

    Ok ich gebe zu, zur Beantwortung der Frage wie genau geltendes Recht aussieht ist es nicht hilfreich die Frage anzuführen ob man sich dran halten sollte…

    • Gimbal 

      Mitglied
      7. Juli 2021 um 16:40

      “Richard L. Spencer, Leadsänger und Komponist von „Amen, Brother“, erfuhr erst in den 1990er Jahren von der massenhaften Verwendung des Samples, hatte aber wegen verjährter Ansprüche keine rechtliche Handhabe, Tantiemen einzufordern.”

      https://museum.rechtaufremix.org/exponate/der-amen-break/

      Anderes Land, andere Zeit (!) – kann man nicht nach heutigen Maßstäben bemessen. Diese außergewöhnliche Geschichte hat sicherlich dazu beigetragen, dass rechtlich einiges angepasst werden musste, gerade was den Bereich “Sampling” insgesamt betrifft. Die Gesetze sind ja bekannter Maßen und logischer Weise immer den technischen Errungenschaften hinterher. Als das massenhafte Sampling des Amen-Breaks von Statten ging, gab es dafür noch keinerlei rechtliche Handhabe.

      Ich habe auf Anhieb leider nicht die Quelle gefunden, die die Story über den Typen erzählt, welcher sich den Sample schützen lassen wollte, aber wie gesagt ging das u.a. auch deshalb nicht, weil die Plattenfirma der Winstons zu dem Zeitpunkt bereits einige Jahre nicht mehr existierte. Man bedenke auch die damaligen Infrastrukturen: Post und Telefon. Anfang bis Mitte der 1990er Jahre dann auch Fax. Ich war zu der Zeit Teenager, bin also kein echter Zeitzeuge, kann mir aber vorstellen, dass das alles nichts mehr mit unserer heutigen Vorstellung von Kommunikation zu tun hat. Wir haben es wirklich gut, dass wir sämtliche Informationen rund um die Uhr im Internet abrufen bzw. recherchieren können.

  • I11ax

    Mitglied
    7. Juli 2021 um 18:01

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