Futorial Foren Musik Talk Sterben Subkulturen aus? Geht der Trend zur Mischkultur? Antworten auf: Sterben Subkulturen aus? Geht der Trend zur Mischkultur?

  • FL20

    Mitglied
    14. Dezember 2020 um 21:21

    Erst verschwinden die Subkulturen, danach die Kultur insgesamt 😉

    Um mal von Metal und Gitarren etwas wegzukommen, schwenk ich einfach mal zu meiner Jugend.

    Meine Eltern haben sich 1989 tierisch über die 909 von Technotronic “gefreut” 😉

    Nix mehr mit “dynamischen” soften Popzeug aus den 80ern.

    Es folgte richtiger Techno, Breakbeat, House, … zu jeder Musikrichtung gehörte ein bestimmtes Outfit und Tanz… auch waren die Events jeweils in “passenden” Locations: Techno eher in alten Fabriken, Breakbeat in muffigen Kellern und House in “Edelclubs”.

    Auf den Feiern wurde kompromisslos drauf losgebrettert, meistens nur ein Genre. Nicht wie in Großraumdisco mit ständigen Genrewechsel (Eurodance -> Hiphop -> Rock) um es allen “recht” zu machen (übrigens der Grund warum es die jetzt kaum noch gibt).

    Von Breaks kommt man “natürlich” dann bei Jungle und letztendlich D&B raus 🙂

    Witzigerweise waren die D&B-Partys gegen 2005 ziemlich mäßig besucht, die Veranstalter haben da immer draufgezahlt und es mehr als Liebe gemacht.

    Dann kam Dubstep und man schwenkte eben da drauf um: halbe Stunde Dubstep, halbe Stunde D&B. Es war fürchterlich!!! Was will man als D&B-Freak mit halb so schneller “Musik”, die irgendwie nur aus Gequietsche bestand? Dazu komische “neue” Gestalten in der Szene, meistens fette Nerds mit Cap, schwarzen Klamotten und alle bleich und rasiert? Dazu bescheuertes “Getanze” auf dieses Dubstep?

    Ich denke mal den echten Hiphoppern ging es mit “Trap” damals genauso…

    Nun was soll ich sagen, die hiesige D&B-Szene ist jedenfalls dadurch ziemlich ramponiert worden.

    POSITIV:

    – die Feiern sind wieder voller Leute

    NEGATIV:

    – die Läden sind meistens “zu voll”, kein Platz zum “richtig” tanzen

    – von den “alten” Leuten ist keiner mehr da

    – Frauenanteil maximal 15 %

    – junges Publikum, was D&B “hip” findet als wäre es was Neues

    – massenweise nichtzahlende Leute auf der Gästeliste die irgendwie mit drinhängen

    – die Kids wollen nur auf die Fresse haben, also Neurofunk

    – es läuft kaum noch Liquid

    – “linke” DJs nerven mit Raggajungle, überall stinkt’s nach Dope

    – High Contrast & Co. werden nicht gespielt, weil zu “kommerziell”

    – viele benutzen das nur noch als Treffpunkt zum quatschen, weniger tanzen

    – es wird rücksichtslos rumgesprungen und rumgerempelt

    – “cool tanzen” kann eigentlich keiner mehr, vielleicht fehlen “alte” Vorbilder?! 😀

    – meistens nur Fistpumps, unsynchrone Shuffletänze

    – Beine verknoten zu 17X BPM wie die Prodigy Tänzer kriegt keiner mehr hin (man könnte ja schwitzen, außerdem isses ja zu anstrengend)

    – man nimmt die Musik irgendwie nicht so wirklich ernst

    – zur Szene darf man nur noch gehören, wenn man auch gewisse (linksgrüne) Einstellungen teilt

    Ich find das im Vergleich zur britischen Szene ziemlich witzig, aber gut…